Die QUETSCHE

Die QUETSCHE, die er 1985 gegründet hatte, mußte immer mit. Sie ist seine Leidenschaft - sieht man von der Künstlerin Gisela Mott-Dreizler ab, deren Lebensgefährte er wurde und ohne deren Mitwirkung die Quetsche sicher nur halb so gut wäre wie sie ist. Reinhard Scheuble hat das für ihn ideale Wirkungsfeld gefunden. Neben handwerklicher Genauigkeit, künstlerischer Phantasie, planerischem Realismus und wirtschaftlicher Zähigkeit - die sich normalerweise nicht gut unter einen Hut bringen lassen, von denen seine Persönlichkeit aber offenbar gerade die richtige Mischung zusammenbraut - ist die Lust und Freude, mit der er seine Bücher produziert, am bemerkenswertesten. Es ist ja auch klar, daß es so besser klappt.

Mit der Zeit bleiben auch Anerkennungen nicht aus. 1995 hatte er eine Ausstellung im Gutenberg-Museum in Mainz und erhielt den Brandis-Preis der Stadt Delitzsch, 1996 verlieh ihm die Stadt Wesselburen den Hebbel-Preis für sein buchkünstlerisches Schaffen und beim Walter-Tiemann-Preis in Leipzig gab es für ihn eine Ehrenurkunde. Er wird sich auch weiter anstrengen. Für wen es in Frage kommt, der kann sich ja mal Pfingsten zum Sammlertreff nach Witzwort anmelden oder sich erkundigen, wann es bei der Quetsche den nächsten Tag der offenen Tür gibt.